Autophil im Interview
Vom Uni-Liga-Spieler zum erfolgreichen Creator:
Im Interview erzählt Autophil, wie er zum E-Sport gekommen ist, was ihn bis heute antreibt und welches Potenzial Events wie die EVB Roadshow haben.
Wie kam es zum Interview mit dem EVB?
Eigentlich auf eine ziemlich witzige Art. Mein Bruder hat den ersten Kontakt hergestellt. Er unterstützt mich sehr in meiner Influencer-Tätigkeit und hat einfach Leute angeschrieben, bei denen er dachte, dass es passen könnte, menschlich oder thematisch. Er hat gefragt, ob man sich austauschen möchte und ob daraus etwas Sinnvolles entstehen kann. Und jetzt sitzen wir hier beim Interview.
Welches Potenzial haben Veranstaltungen wie die Roadshow „Next Stop: E-Sport“ deiner meiner Meinung nach für die Gesellschaft?
Ich glaube, man kann damit lokal sehr viel bewegen und E-Sport-Momente schaffen, die Menschen verbinden.
Bei mir war es so: Einmal im Team gespielt und mein Leben hat sich komplett verändert. Neue Freunde, neue Perspektiven, neue Ziele. Genau das wünsche ich mir auch für andere.
Gleichzeitig können solche Events Berührungsängste abbauen. Viele Menschen, die wenig mit Gaming zu tun haben, merken dann, dass Gamer ganz normale Leute sind, engagiert, sozial und leidenschaftlich.
Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?
Wenn kein Event oder Dreh ansteht, starte ich morgens gegen 8:30 Uhr mit dem Stream und streame bis etwa 14 oder 16 Uhr. Danach geht es an die Dinge im Hintergrund.
Steuern, YouTube-Videos, TikToks, Kursaufnahmen, Skripte, Giveaways, Sponsorings, neue Formate planen oder Turniere organisieren.
Es sind viele kleine Aufgaben, aber genau diese Mischung macht es für mich aus.
Wie bist du selbst zum E-Sport gekommen?
Über die Uni-Liga. Dort wurde das erste Feuer entfacht. Danach habe ich aktiv versucht, besser zu werden, habe Teams angeschrieben, mich vernetzt und jede Chance genutzt.
Wie hast du dein E-Sport-Spiel gefunden?
League of Legends. Ein Schulfreund hat mir das Spiel gezeigt. Mein erstes Bot-Game, ein Doppelkill und ich dachte, ich wäre unfassbar gut.
Danach haben wir es in der Schule viel zusammen gespielt. Ich hatte zwar auch Phasen mit CS:GO oder PUBG, aber LoL war immer da. Durch den E-Sport wurde es endgültig mein Spiel.
Dein emotionalster Moment im E-Sport?
Ganz klar der Gewinn der Uni-Liga!
Wir haben zehn Semester lang gespielt, etliche Male davon den zweiten Platz belegt. Das Finale zu verlieren wurde irgendwann schon ein Meme. Und dann haben wir es in der letzten Season endlich geschafft. Darauf hatten wir jahrelang hingearbeitet.
Das war mein größter E-Sport-Moment!
Was motiviert dich, wenn es stressig wird?
Mir macht das, was ich tue, grundsätzlich sehr viel Spaß. Deshalb fühlt es sich selten wie klassische Arbeit an.
Ich hatte einmal eine Phase, die ich selbst als Burnout bezeichnen würde. Ich hatte keine Lust mehr auf LoL, musste es aber spielen, um die Zuschauerzahlen zu halten. Das war mental schwierig. Ein Urlaub und ein neuer Fokus im Spiel haben mir geholfen.
Heute bin ich gut strukturiert, arbeite mit To-do-Listen und beschäftige mich viel mit Selbstorganisation. Ich mache viel, aber gerne.
E-Sport und Gesundheit: Wie funktioniert gesundes Spielen?
Bewegung und Ausgleich sind extrem wichtig. Gerade beim Zocken sitzt man viel, deshalb sollte man auf Handgelenke, Haltung und Pausen achten.
Aufstehen, bewegen, spazieren gehen. Das klingt banal, hilft aber enorm. Körperliche Fitness wirkt sich auch positiv auf die mentale Verfassung aus und sogar aufs Gameplay.
Gesund am Spielen ist außerdem der soziale Aspekt. Teamplay, Freundschaften und Kommunikation. Viele meiner heutigen Freunde habe ich durchs Zocken kennengelernt.
E-Sport-Vereine werden ab 2026 als gemeinnützig anerkannt. Deine Meinung?
Absolut mega. Wirklich ein riesiger Schritt für den E-Sport in Deutschland. Das gibt Vereinen ganz neue Möglichkeiten und hilft enorm bei der Professionalisierung. Für die Szene ist das ein echter Gamechanger.
Was möchtest du jungen gaminginteressierten Menschen mitgeben?
Spaß ist das Wichtigste!
Und man sollte sich nicht verlieren. Wenn man ein Spiel nur noch aus Routine spielt und keinen Spaß mehr hat, ist es Zeit für eine Pause.
Gaming sollte etwas sein, das man aus Freude macht und nicht aus Zwang.